Welsmontage 15+5: Dudis Lieblingsrig für den Fluss

Welsmontage 15+5: Dudis Lieblingsrig für den Fluss

Welsmontagen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und fast jeden Tag gibt es Neuigkeiten, Änderungen und gestern Beschworenes wird revidiert.

Das Alles scheint nicht nur kontrovers, denn im Detail erklären kann das heute schon fast keiner mehr.

Der moderne Welsangler hört eben auf sein Bauchgefühl, das ist auch völlig richtig so und die Wallermontage muss zuerst dem Angler gefallen.

Bei all dem Tacklewahn solltest du jedoch nicht die Fakten vergessen und den Fokus verlieren: Wir alle möchten gerne erfolgreich auf Wels angeln.

Und das möchten wir möglichst einfach gestalten und so flexibel wie möglich.

Der Schlüssel zum Erfolg, zu Zeiten wo das Welsangeln populärer ist denje und viele Gewässer stark beangelt werden, bleibt das "In Bewegung bleiben" und flexibel sein.

Es benötigt kein großes und schweres Gepäck, denn das hindert nur am Mooven und macht faul. Alles muss aufeinander abgestimmt sein, minimalistisch und effektiv.

Unter diesen Bedingungen ist mein 15+5 System entstanden, das mit Abstand die meisten und größten Fische meiner Karriere gefangen hat. Nicht nur weil es fängig ist, sondern ich das auch stetig und ohne Bedenken in ganz Deutschland einsetze, unabhängig von Jahreszeit und Gewässerpegel.

Viele Jahre der Praxis stecken in diesem System und auch bei den Workshops ist es permanent im Einsatz.


Traumfische aus der Heimat - legal, effektiv und einfach mit meinem 15+5 System und Tauwürmer

Welsmontagen wie Sand am Meer

Heute muss es gelb sein, morgen rot, übermorgen schwarz und zu besonderen Situationen weiss. Dabei sollte die U-Pose mal 1g haben, mal 50g und natürlich alles dazwischen und davon möglichst viele hintereinander.

Die Haken so klein wie möglich, andererseits sind große Drillinge auch okay, zwischen den Extremen gibt es natürlich auch noch spezielle Fälle.
Bei der Vorfachlänge sieht es genauso aus. Zwischen 50cm und 300cm, je nach Gemütszustand, aber in jedem Falle 150cm lang.

Da blickt wirklich keiner mehr durch, schon gar nicht wenn zu jeder Saison neue Theorien veröffentlich und die alten über Board geschmissen werden.

Wallerangeln im Fluss

Durch den natürlichen, guten Bestand in unseren Flüssen Deutschlands und das angeborene Fressverhalten im Strom, ist das Welsangeln im Fluss immer schon effektiver und spannender gewesen.

Nicht nur die Population und die Genetik spielt uns in die Karten, auch die stetige Veränderung in fließenden Gewässern und vor Allem die Strömung selbst hilft uns unheimlich auf die großen Bartelträger zu angeln.

Der Grundsatz jeder Wallermontage

Die Grundsätze sind einfach, doch passieren hier oft die meisten Fehler:

  • Die Welsmontage muss frei arbeiten können (Kraut, Treibgut, Hindernisse)
  • Sie sollte nicht auf dem Grund aufliegen und immer etwas über Grund schweben
  • Die Haken müssen immer nadelscharf sein und müssen frei arbeiten können
  • Immer ausreichend Köder verwenden, vor Allem bei Tauwurm
  • Auch das schwächste Glied sollte die größten Fische aushalten
  • Die Montage muss zum Fisch und nicht andersrum

Stimmen alle Punkte, ist das eine sehr gute Basis.

Noch viel entscheidender beim Wallerangeln ist jedoch das Wissen über die richtigen Fress und Zugrouten der Welse. Das Ziel muss es sein, die Fallen genau dort zu platzieren, wo sich der Zielfisch auch wirklich aufhält.

Die Unterwasseposenmontage

Die wichtigste aller Wallermontagen für den Fluss ist die U Pose Montage.

Die U Posenmontage ist nichts Anderes als eine auftreibende Grundmontage und bietet den Vorteil, dass sie unseren Köder sehr grundnah präsentieren lässt.

Vor Allem größere Welse nehmen ihre Nahrung natürlicherweise zum größten Teil über Grund auf und jagen von unten nach oben.

Für einen guten Hakeffekt nutzen wir Steine statt Bleie, welche mindestens ein Gewicht von 2-3 Kg haben sollte und mit Abrissleinen aus monofilen Schnüren ab 0.40mm an die Montage gebunden werden.

Bei der Auswahl der richtigen Komponenten ist das Gesamtbild zu betrachten und genau dort setze ich mein 15+5 System an.

  • Was soll die U-Pose genau bewirken?
  • Was spielt die Länge des Vorfachs für eine Rolle?
  • Wie viel Auftrieb brauche ich um welchen Effekt zu erzielen?

Diese grundlegenden Fragen gilt es zu beantworten um das passende Rig für sich zu finden. Leider werden diese Fragen jedoch selten gestellt und einfach nur "Lösungen" präsentiert, verwendet und sehr oft nichtmals wirklich verstanden.

Betrachten wir das Ganze im Detail, fallen dir sicher noch viele weitere Aspekte auf.

Ausgehend von der Beantwortung der richtigen Fragen, versuchen wir die Theorie möglichst detaillgetreu in die Praxis zu konvertieren.

Was brauche ich wirklich für meine U-Posenmontage?

Nach vielen Jahren Wallerangeln und kapitalen Fängen aus der Heimat habe ich mir diese Frage selbst beantworten können.

Nicht viel!

Und genau deswegen weiss ich heute umso besser, das eine gute Montage DAS GESAMTE JAHR über präsentiert werden kann.

Ich brauche keine großen Vorfachtaschen mit 20 Rigs mitschleppen und ich muss auch keine anderen U-Posen verwenden und immer wieder neu binden.

Maßgeblich ist und bleibt den richtigen Spot zu finden, diesen dann aber auch richtig anzufischen und somit auch die Präsentation bewusst zu steuern.

Nicht die Montagen müssen verändert werden, sondern die Art wie und wo du deine Montagen ablegst.


Beispiel Buhnenangeln:

Du willst tief & grundnah fischen? Okay - dann leg deine Montage doch einfach in das Buhnenloch. Die Strömung macht den Rest!

Du willst mehr an der Oberfläche angeln? Kein Problem - leg die Montage direkt auf den Buhnenkopf. Die Strömung macht den Rest!


Ob das Vorfach nur 1m oder 3m lang ist, die Strömung drückt die Montage immer grundnah im entsprechenden Aktionsradius.
Immerhin habe ich immer die Möglichkeit meine Montagen entsprechend so zu platzieren, das ich meine gewünschten Spots richtig anangeln kann.

Darum geht es im Groben nicht darum auf wieviel Nanogramm du deine Montage bringst, sondern nur darum ob du dein Ziel erreichst.

  • Treibt die Montage mind. über Grund?
  • Kann der Fisch sauber gehakt werden?
  • Steht die Montage sauber und gestreckt im Wasser?
    Das sind Fragen die wichtig sind. Alles Weitere sind Details die entweder völlig zu vernachlässigen sind, oder aber mit weiterer Erfahrung und Experimentierfreudigkeit angegangen werden können.
    Fangtentscheidend in Sachen Wallermontage sind am Ende wirklich nur wenige, wichtige Faktoren. Und diese gilt es immer einzuhalten.
Ein klassisches Vorfach nach meinem System, angepasst auf steigenden Wasserpegel und höheren Strömungsdruck

Was machen die einzelnen Komponenten?

Der Wirbel dient als Verbindung zwischen Vorfach & Schlagschnur bzw. Hauptschnur. Er muss stabil sein und soll sich einwandfrei drehen lassen, um das Vorfach vor Drall zu schützen.

Zusätzlich wird das hintere Wirbelöhr gerne zum Einknoten der Reissleine genutzt um eine Festmontage zu generieren. Passende Kugellagerwirbel sollten möglichst einseitig drehend sein (geschlossene Seite Richtung/ gegen die Strömung = Schutz vor Sediment und länger haltbar) und bei Vorliebe zur Festmontage mit einem Einhänger versehen sein.

Unsere einzigartigen Kugellagerwirbel mit Schnelleinhänger sind perfekt dafür abgestimmt.

Die Unterwasserpose auf dem Vorfach dient lediglich als Hauptauftrieb der Montage und sollte so gewählt werden, das sie ausreicht um das Köderpaket von Grund zu lösen. Im Fluss benötigt man in der Regel dafür mind 15-20g, je nach Köder auch mehr.

Die Höhe der Montage lässt sich entgegengesetzt einiger Berichte NICHT alleinig über den Auftrieb einstellen, denn diese ist immer eine Symbiose aus Strömungsdruck und Vorfachlänge.

Entweder treibt die Montage unter Wirkung der Strömung auf oder nicht. Die Strömung selbst drückt auf das Vorfach, auf alle einzelnen Komponenten und zwingt die Montage somit Richtung Grund.

Das bedeutet genauso das die Form der einzelnen Komponenten dabei eine Rolle spielt sowie auch der tatsächliche Auftrieb der einzelnen Komponenten. Ob die Montage dann 10cm höher oder niedriger auftreibt, selbst wenn es so wäre - wer konnte das bis heute überhaupt beweisen?

Es ist also zwingend notwendig, das der Auftrieb in jedem Falle ausreichend ist um die Montage über Grund zu halten. Nur so können wir gewährleisten das die Montagen sauber platziert sind und nicht vorschnell durch alle bodenbewohnenden Wassertiere entschärft werden.

Desweiteren ist es möglich über die U-Pose weitere Reize einzubauen.

Sei es über die Möglichkeit andere oder mehr Köder anzubieten (MEDUZA RIG) oder die zusätzliche Attraktion über Flügel U-Posen (TORNADO RIG), die tatsächlich sehr gut funktionieren kann.

Natürlich sind die Haken dafür verantwortlich den Zielfisch ordentlich haken zu können. Dort gehen die Meinungen auseinander und auch das ist in Ordnung. Ich persönlich setze auf große Einzelhaken und Drillinge und habe so die kleinsten Fehlbissraten.

Auch hier gehe ich faktisch ran und behaupte, das ein Haken nur dann funktionieren kann, wenn der Abstand zwischen Hakenspitze und Schenkel groß genug ist.

Immerhin müssen die Haken im massiven Maul des Welses fassen können, ein großer Einzelhaken oder Drilling kann sich besser rein phykalisch besser eindrehen.

Die Kombination aus Einzack 9/0 und Dreizack 2/0 ist für mich Standart.

Die Vorfachschnur kann aus Geflecht oder aus Mono sein. Meine Empfehlung geht ganz klar zu einer Kombination aus beiden Materialien.

Die monofile Schnur ist etwas starrer und fördert somit eine gute Präsentation unter Wasser, sie ist sehr strömungsfreundlich, glatt und hat eine größere Dehnung, welche sich sehr positiv auf den Hakeffekt auswirkt.

Durch das Einschlaufen eines zweiten Teils aus Geflecht (der Stinger mit Drilling), erhalten wir eine sehr bewegliche Montage und bleiben flexibel bei der Auswahl der richtigen Stingerlängen und Haken.

Ein Stück Silikonschlauch (in S) soll unseren Achterknoten vor dem Aufgehen schützen und unnötiges Treibgut vermeiden.

Mein persönlicher Ratschlag: Die Nutzung von Schläuchen über den Haken, als Hakenschutz oder Schutz der Windungen, sehe ich als kontraproduktiv an. Wir verringern das Spaltmaß zwischen Hakenspitze und Hakenschenkel. Mit dem richtigen Knoten für Einzelhaken kannst du dir diesen Teil sparen. In diesem Video zeige ich dir wie es geht!

1Der bekannte Plättchenhakenknoten ist auch für das Wallerangeln perfekt geeignet.

Mein 15+5 System für alle Situationen

Meine bevorzugte Welsmontage ist eine Kombination aus vielen bereits bekannten Dingen, aber auch eigenen Adaptionen und Umsetzungen eigener Wünsche.

Prinzipiell handelt es sich bei diesem Rig um ein Kombi Rig, also eine Kombination aus Mono und Geflechtvorfach.

Das Besondere hierbei ist, das ich das Rig optional belegen kann, mehr oder weniger Auftrieb einstellen kann, sowie jeder Zeit anpassen kann auf den jeweiligen Köder und die Situation.

Ein besonders wichtiger Punkt bei meinem System ist, das ich zusätzlich zum Hauptauftrieb von 15g einen weiteren kleinen Auftrieb von 5g mit einbaue.

Dieser Auftrieb dient lediglich dem Ausbalancieren des Köderpakets bei legalen Ködern wie Tauwurm und wird auf dem beweglichen Geflecht Teil aufgebaut.

Durch den 5g Auftrieb "knickt" das Vorfach nicht ab, streckt sich ideal unter Wasser und taumelt verführerisch hin und her.

Der Geflechtteil besteht aus einem in Schlaufe gebundenen Zusatzhaken, das Vorfachgeflecht wird beim Bauen also doppelt genommen.

Dadurch kannst du es jeder Zeit Ein und Ausschlaufen, andere Auftriebe aufbauen oder diese gänzlich weglassen für den Gebrauch von Köderfischen. Der Stinger (Zusatzhaken) kann dabei beliebig lang eingeschlauft werden.

Dies ist die Basis für jede weitere U-Posenmontage.

Verändern sich die Bedingungen, z.B. durch Hochwasser oder aber größere Köderfische werden genutzt, kann die 5g Micro Schlitz U-Pose eingehängt werden.

Das System bietet viel Spielraum und lässt dutzende Kombinationen zu. Vor Allem die Kombinationen aus Meduza Rig und Tornado haben sich absolut bewährt.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen…

Das dieses Welsvorfach eine hervorragende Lösung für mich ist.

Es geht schon lange nicht mehr darum welches Vorfach ich benötige, sondern nur noch um den Kern des Welsangeln: Wo ist der Fisch und wie stelle ich ihm punktgenau die Falle?

Die Falle ist definiert und deswegen brauche ich mich darum nicht mehr zu kümmern.

2-4 Vorfächer nach meinem 15+5 System in verschiedenen Ausführungen und Farben reichen mir komplett aus für das Welsangeln im Fluss. Ich spare mir nicht nur eine große Vorfachtasche, sondern den gesamten Tacklecontainer.

Abrisse sind durch den Einsatz von passenden Umlenkstangen und häufige Anwendung von Festumlenkungen fast ausgeschlossen und so fische ich die Vorfächer so lange durch, wie die monofile Schnur keine großen Beschädigungen vorweisen.

Das können nur 5 Fische sein oder 20, das kommt natürlich ganz drauf an wie die Fische beissen und wie tief sie den Köder aufnehmen.

In der Regel haken die Welse perfekt im Mundwinkel und hängen am Einzelhaken, sodass das Vorfach oft unberührt bleibt und die ganze Saison gefischt werden kann. Vorrausetzung dafür ist natürlich eine hohe Qualität der genutzten Einzelkomponenten.

Die Flexiblität dieses Systems lässt mir alle Möglichkeiten offen.

Bin ich in Deutschland, so setze ich auf den Tauwurm und habe das Rig immer einsatzbereit.

Sollte es vorkommen das ich im Ausland bin und den Einsatz von Köderfischen präferiere, muss ich lediglich den Stinger ausschlaufen und notfalls einen Längeren einschlaufen. Das Rig bleibt das Selbe.

Ein weiterer Bonus: Benutzt du den von mir oben vorgeschlagenen Ausleger Knoten für deine Einzelhaken, kannst du das Vorfach jeder Zeit von vorne neu aufbauen und kannst sogar die Haken einfach ersetzen ohne komplett neu bauen zu müssen.

"Wer aufgehört besser zu werden, hat nie angefangen gut zu sein" - Dudi

Welches Tackle empfiehlst du mir für dein System?

Prinzipiell brauchst du eine solide Grundausrüstung an qualitativ hochwertigen Materialien um dieses System nachzubauen. Es ist nicht sonderlich schwer zu verstehen und somit aus allen Basiskomponenten für Welsangler zusammenstellbar.

Seit 2015, als ich mit DER AUSLEGER startete, setze ich ausschließlich auf mein eigenes Tackle. Hier garantiere ich für 100% Tauglichkeit und langhaltbare Produkte, denn dies war einer meiner größten Beweggründe eigenes Tackle zu fertigen.

Mein persönliches Setup schaut so aus:

Wann setze ich welche Farbe und welche Variante ein?

Oft werde ich gefragt, wieso ich auf verschiedene Farben setze und wann ich z.B. eine Flügel U-Pose wie meine Tornado einsetze.

In meinen Augen gibt es darauf keine klare Antwort, denn viel mehr ist es ein ständiges "Try & Fail" meinerseits. Eine faktenbasierte Antwort, fundiert auf wissenschaftlichen Ergebnissen, wirst du zu diesem Thema auch sicher nicht finden.
Viel mehr ist es der eigene Anspruch, bei jeder Session aufs Neue herauszufinden worauf die Fische aktuell stehen. Das kann sich blitzschnell ändern, umso wichtige ist es viel auszuprobieren.

Prinzipiell geht es mir nur um 2 große Punkte:

  • Bewegung und Kontrast als zusätzlicher Attraktor
  • Auffällige oder unauffällige Präsentation

Zu Zeiten in denen die Welse sehr aktiv sind und durch höhere Gewässertemp. auch mehr Futter zu sich nehmen, haben ich hervorragende Erfahrungen mit Tornado U-Posen und Shock Farben gemacht.
Desto kälter und launischer die Welse, umso eher versuche ich unauffälliger zu angeln.
Ich unterteile nicht weiter und betrachte die Sache dahingehend relativ simpel.

In diesem Sinne....

...wünsche ich dir Petri Heil und gute Fänge mit meinem System 15+5.

Mit besten Grüßen, Dudi von DER AUSLEGER


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