Spinnfischen auf Wels mit dem Silu Jig

Spinnangeln auf Wels mit dem Silu Jig

In diesem Bericht erklären dir Pro Staff Team Angler Kathi und Benni alles zu ihrer großen Leidenschaft des Spinnangeln auf Wels. Wieso sie hier auf den Silu Jig setzen, welches Material du benötigst und zur welcher Zeit du wo angreifen solltest, erfährst du in diesem Bericht.

Spinnangeln auf Wels – Faszination und Leidenschaft

Wir Menschen Angeln seit angedenken der Zeit. Die Nahrungsbeschaffung stand dabei schon immer im Vordergrund, doch neben dieser steht immer mehr auch die Flucht aus dem Alltag im Fokus. Wir Menschen bewegen uns immer weniger, sind gefangen in Bürojobs an denen man sich nur wenig bewegt, aber auch das Abschalten und die Suche nach den Ursprüngen in die Natur bieten einen immer größeren Reiz in Zeiten der Industrialisierung.

Alles wird schneller, hektischer, lauter.

Umso mehr Menschen finden den Ausgleich dazu beim Angeln, doch wem das schnöde warten auf den nächsten Biss zu langweilig ist und sich bewegen will, der geht Spinnangeln.

Das Spinnangeln auf Wels ist eine Wissenschaft für sich, denn kaum ein Fisch ist so launisch und so wenig erforscht wie der Waller. Mythen ranken sich um diesen Wasserbewohner der eine beachtliche Größe erreichen kann und auch in unseren heimischen Gewässern anzutreffen ist.

Ich weis nicht wie es euch geht, aber meine Freunde und Arbeitskollegen sind oft schockiert, was für wahre Flussgiganten auch in heimischen Gewässern leben. Das der Dackel Waldi einmal im Jahr von dem Sommerlochtier Wels gefressen wird ist längst nichts Neues mehr, sodass spätestens auch Menschen die nichts mit unserem Hobby zu tun haben, der Wels ein Begriff ist. Wenn auch leider meist im negativen Sinn.

Zu Anfang hatte ich nicht viel mit Spinnangeln auf Wels zu tun. Mein Mann und ich waren die typischen Ansitzangler auf Wels, konnten Jahrelang Erfahrungen am Wasser sammeln und bereits einige Giganten auf die Matte legen. Doch irgendwann reizte uns das Neue, die Erfahrung wie es ist, einen Wels beim Spinnangeln zu fangen und so begannen wir mit dem Kauf von neuem Equipment .

Als ganz entscheidendes Fang Utensilien sollten sich Dudis handgebaute Köder herausstellen, die wohl jeden Wels zur Weißglut treiben können. Den Silu Jig.

Kapitale Fische über 2m beim Spinnfischen sind immer möglich!

Der Silu Jig – Was ist das und was kann er?

Der Silu Jig ist ein Kunstköder der mit seinen starken Vibrationen unter Wasser nicht nur Welse reizt. Mit seinen verschiedenen Gewichtsklassen von 30 bis 150 Gramm eignet er sich sowohl zum Angeln in Still-als auch in Fließgewässern. Mittlerweile gibt es ihn sogar als Micro Version ab 3g für Barsch, Forelle, Hecht und Co!

Er besitzt die Form eines Fisches, bestehend aus stabilen Silikon und im Inneren aus einen Bleikern. Durch die obenliegende Öse ist dieser Köder auch zum Vertikalangeln geeignet.

Da Welse bekanntermaßen auf Blei etwas empfindlich reagieren, verhindert die dicke Silikonhülle, dass der Wels auf diesen Kern aufmerksam wird. Einige der Silu Jigs sind UV-aktiv und sind somit auch in trüben Gewässer gut sichtbar.

Der Silu Jig übt unter Wasser eine starke Vibration aus und wirkt dadurch besonders anziehend, da die Fische neugierig oder schlichtweg nach einiger Zeit genervt werden.

„Wutbisse“ durch Wels sind bei diesem Köder keine Seltenheit und wir machten die Erfahrung, dass (sofern ein Wels in der Nähe ist) dieser nach spätestens 15-20 Würfen nach dem Köder schnappt. Wir fingen neben großen Welsen bereits kapitale Rapfen, Zander und sogar Barben. Alles in Allem möchten wir auf diesen Köder nicht mehr verzichten, weil er äußerst robust ist, super facettenreich geführt werden kann und eine hohe Fangquote bringt . Über die vielen Farbvariationen erfreut sich der Angler natürlich auch noch, denn das Design ist wirklich Mal etwas Anderes!

Wie führe ich den Silu Jig?

Wir bevorzugen es den Silu Jig im Wurf abzubremsen und bei gespannter Schnur absinken zu lassen, bis dieser den Boden berührt. Der erste Reiz entsteht durch das Auftreffen des Köders auf den Grund, ähnlich der Führung eines Gummifisches auf Zander, lediglich schneller und agressiver.

Anschließend eine, bis anderthalb, schnelle Kurbeldrehungen über die Rolle, dann wieder auf den Grund fallen lassen.

Dies hat sich als effektivste Führung des Köders bei uns erwiesen. Der Nachteil hierbei ist die höhere Verlustrate bei hängerträchtigen Grund.

Mit einem etwas anderen Führungsstil kann man dies verhindern: Du kannst den Silu Jig nicht bis zum Grund durchsacken lässt, sondern quasi im Mittelwasser durch jiggen.

Damit entfällt zwar der Reiz des Auftreffens auf dem Grund, man vermindert aber auch die Verlustrate. So oder so ist eine Grundkenntnis des Gewässerbodens allemal ratsam. Die meisten Bisse erfolgten aggressiv beim Anjiggen des Köders.

Wichtig hierbei: So kurbeln das ihr die Vibration auch spürt. Selbstverständlich könnt ihr den Köder auch über die Rute jiggen, ich bevorzuge dies jedoch nicht, da es auf die Dauer sehr in den Oberarm und Brustmuskel geht (je nach Gewichtsklasse des Silus und Strömung des Gewässers).

Diese Technik funtkioniert sowohl mit als auch gegen den Flussstrom. Wichtig ist das Gewicht des Silus an die Strömungsverhältnisse anzupassen. Nicht zu leicht damit er den Grund erreicht und nicht zu schwer. Je nach Strömung haben sich 80 bis 120 Gramm an unserem Niederrhein bewährt. In den strömungsberuhigten Bereichen und Buhnenfeldern sind 30 – 50 Gramm ausreichend.

Eine weitere Möglichkeit des Führens ist das einfache einkurbeln des Köders, wobei man ihn gegen die Strömung extrem langsam in gewünschter Tiefe führen kann. Dies ist vor allem effektiv wenn Welse aktiv im Mittelwasser jagen!


An Spundwänden bzw Vertikal vom Boot ist der Führungsstil ähnlich wie beim jiggen, nur das man über die Rute arbeitet: Köder auf Grund fallen lassen, über die Rute stark anjiggen und bei gespannter Schnur wieder absinken lassen. Diese Methode funktioniert mit bzw. auch ohne Grundkontakt.

Solltet ihr in der glücklichen Lage sein ein Boot zu haben und auch von dort aus angeln zu dürfen, kann man mit dem Silu während der Fahrt auch richtig gut schleppen.

Montage und Material

Die Wahl der Rute und Rolle sollte ausgeglichen und gut ausbalanciert sein, immerhin muss man stundenlang ohne müde zu werden damit werfen. Glaubt mir, es gibt nichts schlimmeres als eine kopflastige Rute, da verliert man schnell die Freude am Welsspinnfischen.

Bewährt haben sich Ruten mit einem Wurfgewicht bis zu 200 Gramm, einem starken Rückgrat und einer starken Spitze. Ähnlich einer Zanderjiggrute im XXL Format. Die Wahl der Rollengröße sollte der Rute angepasst sein, dennoch nicht unter der Größe 5500. Die Schnurfassung sollte um die 200 Meter betragen, wenn ein Wels Gas gibt, dann richtig!

Als Schnurstärke hat sich die Tightline von 0,39 bis absolut 0,48 bewährt.

Zum Spinnfischen nutze ich momentan die 0,39er Ice Camo von Tightline sowie als Rolle eine Slammer III 5500.

Als Wirbel ist der Micro Bomb 60 Kg stabil genug und setzt nicht zu stark auf. Bei den Haken nutzen wir den Dreizack Light in 1/0 und verbinden diese mit den Sprengringen XH1 mit dem Köder

Das 1.0mm starke Easy Mono Vorfach in etwa 60-80cm wird bei uns mit Quetschhülsen abgeschlossen und ist zur Hauptschnur mit einem Solidring zum Einknoten verbunden.

Wir bevorzugen die Befestigung des Köders am Vorfach mit einem Sprengring, die Sprengringzange ist somit bei uns immer ein ständiger Begleiter.
Wem aber das Gefummel mit den Sprengringen zu aufwändig ist kann auf Dudis Power Clips oder z.B. Spiralwirbel zurück greifen.

Für all jene die nun denken, das wäre aber reichlich übertrieben: Nein! Ist es nicht!

Wer in einem Gewässer wie dem Rhein angelt, muss immer damit rechnen das nicht nur kleine, süße Welse, sondern auch mal die Großmütter beissen. Und wenn ein solcher Gigant in den Hauptstrom gelangt, hat man so gut wie verloren.

Wir haben bereits mehrere Rollen zerschrottet das wir zu oft auf leichteres Equipment zurück gegriffen haben. Nachdem auch meine letzte Rolle bei jeder Kurbelumdrehung ächzte wie eine alte Frau, musste nachgerüstet werden.

Bei der Schnur habe ich mich für die Tightline entschieden, weil diese enorm abriebsfest ist und sich wirklich gut werfen lässt durch ihre 8x fach Flechtung. Außerdem ist sie optisch auch noch sehr ansprechend.

Lieblingskombo: Slammer III 5500 mit 0.39mm Tightline Schnur un 80g Silu Jig Devil

Die Sache mit den Haken

Wenn ihr die großen Silus (ab 30g) erhaltet, sind diese quasi nackt und nicht bestückt.

Bei dem Silu Jig hat man die Möglichkeit zwei Haken anzubringen, was jedoch je nach Haken und Anbringungsort das Laufverhalten beeinflusst. Einzelhaken oder Drillinge sind möglich und können frei gewählt werden.

Bei Silu Jigs bis 80 Gramm hat sich ein einzelner Drilling am Bauch bewährt, wodurch diese einen sehr aggressiven Lauf beibehalten.

Ab 80 Gramm aufwärts fischen wir die Silus mit einem Drilling am Bauch und einem Parallel Mean Hook hinten. Den 150 Gramm kann man auch mit zwei Drillingen fischen.

Die Farbwahl

Die Silus gibt es aktuell in drei Farben (Devil, Nature und Pearl).

Auch wenn der Wels schlecht sieht, sind wir dennoch der Meinung das er Kontraste wahrnehmen kann! Daher versuchen wir immer kontrastreich zu fischen.

Im trüben Wasser setzen wir zum Beispiel gerne auf den UV aktiven Devil. Wichtig ist es hierbei eigene Erfahrungen zu machen, da es große gewässerspezifische Unterschiede gibt.

Welche Stelle eignet sich zum Spinnfischen auf Wels?

Die Platzwahl ist mit eines der wichtigsten Kriterien neben einem guten Köder. Wo steckt der Wels?

Das fragen sich wohl alle Welsangler zwangsläufig irgendwann Mal. Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Fisch zu befassen.

Der Wels hat eine ganz ähnliche Unterwasser“straße“ wie ein Zander. An den Buhnenköpfen entlang, ebenso wenn in den Buhnenfeldern Kanäle entlang laufen. Tiefe Löcher findet er ebenso attraktiv wie auch Stellen, bei denen er sich Unterwasser an Geäst und Pflanzen ablegen kann.

Dabei zu beachten sind auch die Jahreszeiten!

Im Sommer, wenn sich das Wasser erwärmt, mag der Wels Stellen die sauerstoffreich sind: Bachläufe, Zuflüsse und tiefe Stellen bevorzugt er in dieser Zeit.

Im Winter hingegen mag er es warm und kuschelig, weshalb Kraftwerke und deren Wärmezuflüsse aufgesucht werden. Man merkt, der Wels ist eigentlich ein recht verwöhnter Fisch.

Die Platzwahl ist also zusammen gefasst nach folgenden Kriterien zu treffen:
– Wassertermperatur
– Jahreszeit
– Futterfisch-Verfügbarkeit (Findest du den Futterfisch, findest du den Wels)

Die Laichzeit der Weißfische ist der Startschuss für die Welse sich absolut voll zu fressen, um sich einige Fettpolster für den eigenen Laich anzusammeln. Welse kümmern sich um die eigene Brut und stellen das Fressen beim Laichen und der Partnersuche nahezu ein.

Wutbisse kommen in dieser Zeit immer häufiger vor, da der Wels einen ausgeprägten Beschützerinstinkt aufweist und sein Nest verteidigt. In diesem Fall ähneln sie dem Zander, bei dem dieses Verhalten schon länger bekannt ist. Diese Angelei kann sehr ertragreich sein, ist moralisch jedoch nicht unbedingt fair dem Fisch gegenüber.

Einfach eine geile Angelei

Zusammenfassend kann man sagen, das Spinnen auf Wels hier am Rhein ist eine absolut geile Geschichte! Wer viel Zeit investiert und am Ball bleibt, wird auch Fisch fangen! Stundenlanges Beackern diverser Stellen und Disziplin werden belohnt.

Es ist defintiv nicht notwendig unbedingt an den Ebro oder Po zu fahren, nur um ein paar kapitale Welse mit der Spinnrute zu überlisten. Mit der richtigen Taktik, zur richtigen Zeit und mit den richtigen Ködern – klappt das in Deutschland genauso!

Wir hoffen wir können euch mit diesem Bericht zum Spinnfischen animieren und wünschen euch allzeit stramme Schnüre!

Kathi und Benni vom Ausleger Team


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