Im Sommer ohne Boot auf Wels

Kathi & Benni berichten: Welsangeln im Sommer am Rhein – ohne Boot!

Wie man am besten damit umgeht, ob man Wunder erwarten kann und welche Erfahrungen Kathi und Benni gemacht haben findest du heraus in diesem spannenden Bericht aus dem Jahrhundert Sommer 2018.

Somme, Sonne – flacher Pegel

Der Sommer stellt uns vor einer besonderen Aufgabe, vor Allem in diesem Jahr wo wir schon seit Wochen die 30 Grad Marke knacken und der Fluss immer wärmer und trockener wird.

Grund dafür ist: Das Wasser enthält bei 25/26 Grad aufwärts immer weniger gebundenen Sauerstoff, was unseren Freunden absolut auf den Magen schlägt. Dies äussert sich durch eine extrem verminderte und auch vorsichtige Nahrungsaufnahme.

Der große mächtige Rhein hat die 25 Grad Wassertemperatur bereits überschritten und der Wasserstand ist enorm gesunken. Jetzt noch Welse zu fangen ist enorm schwer!

Unsere Strategie

Wie gehen wir also vor ? Die einst fängigen Plätze des Frühjahrs liegen trocken und auch aktiv raubende Fische sind nicht mehr auffindbar. Der Rhein gibt jetzt ein erschreckendes Bild von Trockenheit, Buhnenfelder sind zum Teil völlig staubig und die Schifffahrt liegt direkt vor unseren Füssen.

Suchen und die Stellen finden! Stellen wo sich der Waller ablegt um die heiße Zeit zu überbrücken sind jetzt interessant! Das sind in unseren Augen die strömungsstärksten und somit die sauerstoffreichsten Bereiche.

Strömung und Wasserverwirbelungen sorgen für eine extra Portion Sauerstoff im Wasser

Spotwahl – Buhnenfelder

Auch Zuflüsse können interessante Stellen sein, doch dazu später mehr. Kommen wir erst mal zu den vielversprechenden Buhnenfeldern:

Eins vorweg, wir besitzen kein Boot und somit haben wir auch kein Echolot zur Unterstützung! Dies ist auch mit ein wenig Erfahrung gar nicht nötig, denn durch den Schiffsverkehr und durch Beobachtung der Strömung kann man sehr leicht die fängigen Stellen ausmachen.

Im Sommer sind die Buhnenfelder die in der Außenkurve liegen am Interessantesten, dort herrscht dann die stärkste Strömung. Wenn dann noch der Schiffsverkehr sehr nahe an den Buhnenköpfen vorbei fährt, bringt es noch zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser und wir haben eine Top Stelle gefunden!

Ob es die Erste, Zweite oder Fünfte ist kann man nicht pauschal sagen! Da ist scharfe Beobachtung gefragt und am Ende natürlich auch das Herumprobieren.

Wichtig ist es,  nicht unbedingt das Buhnenfeld zu befischen welche große Sandbänke aufweisen. Denn diese werden bei vorbeifahrenden Schiffen trocken gelegt, dort wird kein Waller zu finden sein! 

Die Felder die noch dauerhaft Wasser haben und durch den starken Sog des Schiffsverkehrs gebeutelt werden, sind die Top Felder! Dort können wir auch sehr einfach den fängigen Bereich finden, der in der Regel entweder am Buhnenkopf liegt oder bei einigen Buhnenfelder auch mittig zu finden ist!

Der beste Bereich ist genau da, wo sich bei vorbeifahrenden Schiffen der Strudel bildet und genau dort muss der Köder auch punktgenau abgelegt werden! Die Stelle am Buhnenkopf ist leicht mit geworfenen Stein zu erreichen nur wenn es zur Mitte geht nehmen wir eine treibende Boje zur Hilfe; ein Boot ist also nicht notwendig!

Spotwahl – Steinpackung

Ein ebenso interessanter Spot ist z.B. die monotone Steinschüttung in der Aussenkurve mit einer unmittelbar zuvor liegenden Schifffahrt! Dort ist es wichtig minimale Strukturunterschiede zu erkennen. Diese können sich in Form von kleinen Strudeln oder Unregelmäßigkeiten an der Wasseroberfläche deutlich und genau dort muss auch der Köder hin. Sicherlich wäre ein Echolot und Boot zum Auslegen eine optimale Lösung, doch hier am Niederrhein sind diese leider verboten.

Spotwahl – Zuläufe

Absolute Top Spots bei solchen warmen Wassertemp. sind Zuläufe von Bächen und Nebenflüssen. Diese sollten auch minimale kälter (1 bis 2 Grad) wie der Hauptstrom sein und in stärker strömende Bereiche münden. Es nutzt nichts einen kälteren Zufluss zu finden , der in einem vertrockneten Buhnenfeld mündet: Dort wird sich kein Waller aufhalten!

Köder und Präsentation

Auch beim Köder müssen wir anders denken als im Rest des Jahres. Wie schon erwähnt frisst der Wels wenn überhaupt nur noch sehr wenig! Wir müssen also mit der Ködergröße sehr stark zurückgehen!

Kleine gut platzierte Happen sind jetzt die bessere Wahl als große Köder! Wenn sonst Köderfische der Größe XXL gefragt waren , sind es jetzt vorallem kleinere Beutefische um 20cm. Auch Bündel von 6-10 Grundeln funktionieren hervorragend!

Der Tauwurm ist bei hohen Temperaturen sehr anfällig um von Kleinfischen geräubert zu werden , weswegen ich ihn jetzt immer mit dem Tintenfisch bzw. Calamari kombiniere. So bleibt zumindest sichergestellt, das der Tintenfisch auch noch bis zum nächsten Morgen am Haken bleibt!

Wir haben die Erfahrung gemacht das die Beißzeiten im Sommer relativ kurz gefasst sind. Meist beisst es kurz nach der Dämmerung im Abend oder in den frühen Morgenstunden. Im Hochsommer hingegen hatten wir aber auch schon Bisse am späten Vormittag gehabt, weswegen wir unsere Montagen immer erst zum Mittag kontrollieren!

Montage

Einfach und dezent ist nun Trumpf! Wir setzen auf das Meduza Rig in der Slim Version an der Haarmontage am langen monofilen Vorfach, gepaart mit einer kleinen 5g Tornado U Pose und vorgeschaltetem Boomerang Rig!

Die zweite Montage bestücken wir mit den neuen Prototypen der Meduza Rig in der Micro Version, indem wir sie einfach zwischen Drilling und Einzelhaken schalten. Um das große Grundel / Tauwurm / Tintenfisch Rig auch gut auftreiben zu lassen, schalten wir zusätzlich eine 15g RealTree U Pose vor.

Anwendungsbeispiele vom Meduza Rig Micro und Slim im Fluss

Fazit

Jetzt braucht es nur noch jede Menge Geduld! Einen Traumfisch in der Heimat zu fangen zählt sowieso doppelt, im Sommer jedoch, das ist die Königsdisziplin!

Nur nasse Schnüre fangen, auch wenn die Bedingungen noch so schlecht sind! Die Chancen auf einen Traumfisch gibt es immer!

Liebe Grüße vom Niederrhein, Kathi und Benni von Der Ausleger

Sommerwaller aus dem Niederrhein

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